UNESCO Biosphärenreservat Indawgyi-See

Der Indawgyi-See liegt im Norden Myanmars und ist einer der größten Süßwasser-Seen Südostasiens. Er umfasst nicht nur wichtige Habitate, sondern ist auch Heimat einer einzigartigen Fischfauna (mehrere endemische Arten). Für zahllose Zugvögel stellt der See einen der wichtigsten Rastplätze auf deren Weg zwischen Sibirien und Südostasien/Australien dar. Zahlreiche Saruskraniche, Graupelikane, Wollhals- und Klaffschnabelstörche, sowie mehrere kritisch bedrohte Geierarten bewohnen die um den See gelegenen Gebiete. In den angrenzenden Wäldern leben seltene Affen, wie Östliche Weißbrauen-Gibbons und Shortridge-Languren, sowie Gaur, Kragenbär und Nebelparder.

Der See und die Wälder der angrenzenden Berge sind seit 2004 als Wildlife Sanctuary ausgewiesen und seit 2017 UNESCO Biosphärenreservat.

Gefahren für das gesamte Ökosystem entstehen u.a. durch Überfischung, illegale Goldminen in den Zuflüssen des Sees, mangelnde Müll- und Abwasserentsorgung und Nährstoffeintrag durch die umliegende Landwirtschaft.

Gemeinsam mit Fauna & Flora International (FFI), unserem Projektpartner vor Ort, möchten wir durch ein umfangreiches Umweltbildungsprogramm zum Erhalt dieses einzigartigen Lebensraumes und seiner Bewohner beitragen. Unser zweiter Partner ist die lokale Ökotourismus-Gruppe Inn Chitu (https://www.facebook.com/Innchitthu.indawgyi/), die im Reservat  Vogelbeobachtungstouren, Naturspaziergänge und Kajakfahrten anbietet. Inn Chitu arbeitet non-for-profit und die Einkünfte werden für Umweltaktionen und Dorfentwicklung verwendet.

Ein Zentrum für Natur und Ökologie

Indawgyi Lake Education Center (Foto: D. Meyer)

Unser größtes Einzelprojekt bislang war der Bau eines Umweltbildungs- und Besucherzentrums am Indawgyi-See.

Das Zentrum kombiniert Bildungsangebote für die einheimischen Kinder und Erwachsene mit Angeboten für Touristen. Es dient der Entwicklung eines sanften Naturtourismus im jungen UNESCO-Biosphärenreservat und nimmt damit eine Schlüsselrolle für die nachhaltige Entwicklung in der Region um den Indawgyi-See ein.

Das etwa 300 m² große Gebäude liegt direkt am Ufer des Sees und besteht aus zwei Häusern. Eines wird eine Dauerausstellung über Ökologie und Nachhaltigkeit im Biosphärenreservat Indawgyi-See enthalten, das andere bietet Platz für Seminare, Workshops und Veranstaltungen. Eine wunderschöne Panoramaterrasse bietet den Besuchern einen unvergleichlichen Blick auf den See.

Von hier aus kann unser lokaler Partner, die Ökotourismus-Initiative Inn Chit Thu, Besucher auf naturkundliche Exkursionen ins Biosphärenreservat führen.

Das Zentrum ist umso wichtiger, da sich das Ökosystem einer wachsenden Bedrohung ausgesetzt sieht, u.a. durch Überfischung, illegale Goldminen in den Zuflüssen des Sees, Verschmutzung durch Abwässer und Müll der am See gelegenen Haushalte und Nährstoffeintrag durch die umliegende Landwirtschaft.

Die Baukosten in Höhe von rund 60 000 € konnten wir mit Fördermitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), sowie einer großzügigen Spende der Manfred-Hermsen-Stiftung stemmen. Für den (fast immer) reibungslosen Ablauf des Baus in einer Rekordzeit von nur rund drei Monaten danken wir unseren lokalen Partnern Fauna & Flora International (FFI) und Inn Chit Thu.

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